Tara Selters befindet sich nun schon seit 4541 Tagen im 18. November. Sie lebt mit anderen Zeitgefangenen in einem verlassenen Universitätsgebäude in Lüttich, wo der Stillstand der Zeit eine einmalige Gelegenheit bietet: Forschung ohne politische und finanzielle Zwänge. Die Bewohner sammeln und teilen Wissen, entwickeln Hypothesen zur Funktionsweise der Zeit, üben Kritik an Darwins Evolutionstheorie, widerlegen den berühmten soziologischen Marshmallow-Test oder recherchieren zum Verbleib von Immanuel Kants Schädel. Um dieses vielfältige Wissen zu bewahren, wird ein Archiv notwendig - und wer wäre für dessen Aufbau besser geeignet als Tara, die ehemalige Antiquarin. Sie versteht ihre Arbeit als floristische Kunst: Erkenntnisse werden wie Blumensträusse gebündelt, Experimente, Träume und Spekulationen zu einem bunten Gewebe aus Einsichten verwoben. Dabei zeigt sich, wie fragil und zugleich mächtig das Sammeln und Ordnen von Wissen ist: Es stiftet Orientierung, weckt Staunen und eröffnet neue Möglichkeiten, selbst in einem immergleichen Tag.
Über die Berechnung des Rauminhalts V
ist eine poetische Reflexion über die Bedeutung von Wissen in einer Zeit, die selbst zum Rätsel geworden ist. Wie können Erkenntnisse neue Wege zeigen, jenseits von unbedingtem Fortschrittsstreben und Konsum? Und ergibt sich dabei ein Ausweg aus dem
18. November?