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Die Büchse der Pandora
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 (Buch) |
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| Die Büchse der Pandora, 1904 als Fortsetzung von Erdgeist erschienen und später mit diesem zum Lulu-Komplex verbunden, verfolgt den Abstieg und die Verklärung der rätselhaften Lulu, deren erotische Anziehungskraft bürgerliche, künstlerische und ökonomische Ordnungen gleichermassen entlarvt. Wedekinds Drama verbindet scharf geschnittene Dialoge, groteske Zuspitzung und eine anti-naturalistische Szenenfolge, die Moral, Besitzdenken und Geschlechterrollen des Fin de Siècle schonungslos blosslegt. In seiner Nähe zu Symbolismus, frühem Expressionismus und moderner Gesellschaftssatire bleibt das Stück ein Schlüsseltext der europäischen Theatermoderne. Frank Wedekind, 1864 in Hannover geboren und in der Schweiz aufgewachsen, war Dramatiker, Lyriker, Kabarettist und ein unermüdlicher Gegner wilhelminischer Prüderie. Seine Erfahrungen mit Zensur, Bohème, Journalismus und Bühne schärften seinen Blick für die Mechanismen sozialer Heuchelei. In Lulu verdichtete er zeitgenössische Debatten über Sexualität, weibliche Autonomie, Kapital und Gewalt zu einer Figur, die weder bloss Opfer noch bloss Verführerin ist. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die dramatische Literatur als intellektuelle Provokation schätzen. Wer verstehen will, wie das moderne Theater die Fassaden bürgerlicher Kultur aufbrach, findet hier ein zugleich verstörendes und analytisch hellsichtiges Werk. |
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