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Das enge Land
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 (Buch) |
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| Beiläufig ist in Urs Widmers neuem Roman in der Tat von einem Land die Rede, das so schmal ist, dass, wer quer zu ihm geht, es leicht übersehen könnte - wer längs, sowieso. Es ist zwar ziemlich lang, einige hundert Kilometer, aber nur etwa einen Meter fünfzig breit. Eine Frau Meier, die angestrengt danach sucht, vermutet es irgendwo in Alpennähe. - Im übrigen reist der Held zwar einmal nach Venedig, wie jeder Nordländer, wenn ihm etwas über die Leber gekrochen ist, vor allem aber übt er das Bleiben: in Frankfurt, einer Stadt, der sein Herz vor allem deshalb gehört, weil er dafür keine andere hat. - Schwer zu sagen, wovon das Buch, wenn nicht vom Ausharren unter erschwerten Bedingungen, sonst noch handelt. Von der Leidenschaft? (Frauen jedenfalls kommen vor.) Von den Abschieden und ihrer Trauer? Von den grossen Anstrengungen der vielen kleinen Menschen, ein zärtliches Leben zu führen, unter einen Himmel geduckt, über den Raketen zischen könnten? - Ein Mythos (eine gute Geschichte sollte etwas von einem Mythos haben) bleibt geheimnisvoll, auch wenn alles an ihm erklärt scheint. |
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