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Anton Reiser
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 (Buch) |
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| Dieser psychologische Roman könnte auch allenfalls eine Biographie genannt werden, weil die Beobachtungen grösstenteil/s aaus dem wirklichen Leben genommen sind. Wer den Lauf der menschlichen Dinge kennt und weiss, wie dasjenige oft im Fortgange des Lebens sehr wichtig werden kann, was anfänglich klein und unbedeutend schien, der wird sich an die anscheinende Geringfügigkeit mancher Umstände, die hier erzählt werden, nicht stossen. Auch wird man in einem Buche, welches vorzüglich die innere Geschichte des Menschen schildern soll, keine grosse Mannigfaltigkeit der Charaktere erwarten: denn es soll die vorstellende Kraft nicht verteilen, sondern sie zusammendrängen und den Blick der Seele in sich selber schärfen. Freilich ist dies nun keine so leichte Sache, dass gerade jeder Versuch darin glücken muss aber wenigstens wird doch vorzüglich in pädagogischer Rücksicht das Bestreben nie ganz unnütz sein, die Aufmerksamkeit des Menschen mehr auf den Menschen selbst zu heften und ihm sein individuelles Dasein wichtiger zu machen.
In Pyrmont, einem Orte, der wegen seines Gesundbrunnens berühmt ist, lebte noch im Jahre 1756 ein Edelmann auf seinem Gute, der das Haupt einer Sekte in Deutschland war, die unter dem Namen der Quietisten oder Separatisten bekannt ist, und deren Lehren vorzüglich in den Schriften der Mad. Guion, einer bekannten Schwärmerin, enthalten sind, die zu Fénelons Zeiten, mit dem sie auch Umgang hatte, in Frankreich lebte. |
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